Dienstag, 27. März 2012

23.03.: Caye Caulker

Heute wollen wir Schnorcheln gehen. Also machen wir uns nach dem Frühstück auf, um das Angebot zu checken. Im Lonely Planet habe ich von einem gewissen Carlos gelesen, der Fotograf war und somit vielleicht auch Unterwasserfotos macht. Vor seinem "Büro" angekommen müssen wir feststellen, dass Carlos nur von 16:00-16:30 zu sprechen ist. Na super. Ein wenig Info hätte ich ja schon gern was Carlos so zu bieten hat. Man kann sich zwar an der Tür auf einen Zettel für den heutigen Ausflug eintragen, aber da wir unseren Trip nicht blind buchen wollen ziehen wir weiter. Schnell stellt sich heraus, dass die Fahrten sowie Preise alle so gut wie identisch sind. Bis wir zur Hütte von Reggaemuffin kommen. Hier wird man nicht mit dem Motorboot zu den Schnorchel-Spots gebracht, sondern mit einem Segelboot. Carina ist gleich begeistert. Ich bin zwar noch etwas skeptisch, lasse mich dann aber doch überzeugen und wir buchen den Trip. Wir leihen uns auch gleich noch eine Unterwasserkamera aus.

Um 10:30 heisst es dann "Leinen los"! Mit geblähtem Segel geht es Richtung "Coral Garden", unserem ersten von drei Stopps. Naja, unserer Skipper mogelt etwas und hat auch den Aussenborder an. Aber wenn wir dann mehr Zeit im Wasser haben soll mir das nur recht sein. Nach etwas einer Stunde Fahrt geht es dann nach einer kurzen Einweisung - "dort drüben sind die Korallen, wenn wir winken kommt zurück" - endlich ins Wasser. Mit der Kamera bewaffnet schwimme ich los, Carina ist hinter mir. Es gibt viele kleine bunte Fischchen und Korallen zu sehen. Ich tauche auch immer wieder nach unten und knipse fleissig drauf los. Leider habe ich keine Ahnung ob die Fotos was werden, da ich auf dem Diplay unter Wasser gerade mal hell und dunkel unterscheiden kann. Naja, ein paar Treffer werden schon dabei sein. Nach etwa einer Stunde im Wasser kehren wir zum Boot zurueck. Kurz bevor wir da sind huscht ein etwas grösserer Fisch an mir vorbei: ein Hai. Wenn auch ein kleiner Hai. Ich mache mich an die Verfolgung und versuche ihn mit der Kamera einzufangen. Wieder auf gut Glück draufhalten. Plötzlich ist das Display der Kamera nur noch dunkel. Sie lässt sich auch nicht mehr einschalten. ARGH!!! Etwas wütend kehre ich zum Boot zurück und fluche innerlich vor mich hin. An Deck gelingt es mir aber dann nach mehreren Versuchen die Kamera wieder zum Laufen zu bringen. Puh!

Jetzt gibt es erstmal Mittagessen: Fisch und Reis. Schmeck sehr gut. Auf der Weiterfahrt gibt es dann noch frische Früchte: Ananas und Wassermelone. Auch sehr gut! Dann sind wir auch schon beim zweiten Stopp angekommen. Unser Guide wirft einige kleine Fische ins Wasser, um grössere Fische anzulocken. Das gelingt ihm auch und wir sind schnell von Rochen, Haien und anderen Fischen umzingelt. Und zu denen geht es jetzt ins Wasser. Carina ist etwas mulmig zumute, aber sie springt auch rein. Diesmal kommt unser Guide mit. Er fängt gleich mal einen Hai, hält ihn wie ein Baby und wir können ihn anfassen. Fühlt sich an wie sehr grobes Schmirgelpapier. Beim Fotografieren kommt bald die Meldung "Battery low". Wie bitte?!? Nichts geht mehr. Ich koche vor Wut. Kann ja wohl nicht sein, dass die Batterien schon nach ner Stunde durch sind. Naja, hilft jetzt auch nix. Der Guide hat inzwischen nen Rochen in der Reisse. Auch den können wir anfassen. Ich tatsche kurz hin - sehr schleimig diesmal - bleibe dann aber auf Abstand, da mir der Stachel am Schwanz doch Respekt einflößt. Immerhin hat so ein Rochen den Crocodile Hunter erlegt und der wusste sicherlich was er macht.

Wieder an Bord tausche ich erstmal die Position der beiden Kamera-Batterien und siehe da, sie läuft wieder. Wie lange ist halt die Frage. Der dritte Stopp ist dann am Riff draußen. Hier wird unsere 16-köpfige Mannschaft in zu Gruppen aufgeteilt, jede folgt einem der beiden Besatzungsmitglieder. Wir bekommen genau gesagt bis wo man schwimmen darf. Schwimmt man zu weit kanns gefährlich werden. Die Strömung dort draußen ist sehr stark und zieht einen aufs Meer hinaus. Oder die Brandung wirft einen gegen das Riff, das teilweise bis direkt unter die Wasseroberfläche reicht. Na dann bleiben wir besser mal hinter dem Guide. Wieder gibt es viele tolle Fische zu sehen. Wir bekommen auch die Namen mitgeteilt und der Guide taucht die ein oder andere Muschel herauf, um sie uns zu zeigen. Ich halte mich diesmal mit dem Fotografieren zurück. Wer weiss wie lang die Batterien noch halten. Und irgendwo hier sollen auch noch Schuldkröten unterwegs sein. Wäre blöd, wenn ich dann keine Bilder mehr machen kann.

Als wir soweit draußen sind wie maximal erlaubt schwimmen wir am Riff entlang. Hier merkt man auch schnell wie stark die Strömung ist. Ich schwimme an einer Boje vorbei, ein paar Meter weiter schaue ich nach unten uns lasse mich kurz treiben. Schon bin ich wieder zurück an der Boje. Gegen die Strömung anzuschwimmen ist inzwischen schon ein wenig anstrengend. Wir sind insgesamt sicher schon zwei Stunden im Wasser und schön langsam tun die Flossen auch ein wenig weh. Naja, da müssen wir jetzt durch. Nach einigen weiteren Kroallenbänken und vielen Fischen sowie Fischschwärmen kommen wir wieder in ruhigere Gewässer. Und hier ist es dann auch so weit: vor uns schwebt eine Schildkröte und knabbert am Seegras. Ein wundervoller Anblick. Und ich kann auch noch Fotos machen. Passt!

Das wars dann auch mit dem Schnorcheln und es geht wieder zurück Richtung Festland äh Insel. Diesmal allerdings nur mit Segel. Auf der Rückfahrt bekommen wir Nachos mit Chevize (ein Dipp aus Tomaten, Zwiebeln, Shrimps, u.a.). Dazu Rum-Punch. Ach ja, und der Skipper hängt seinen IPod an die Boxen und es läuft Reggae in voller Lautstärke. So lässt sichs aushalten, wirklich sehr chillig!

Zuerück am Pier bin ich dann doch leicht angetrunken... Naja, wurscht. Wir machen uns dann auch gleich zum anstehenden Sonnenuntergang ans andere Ufer auf und knipsen wieder ein paar Fotos. Danach machen wir erstmal Pause in unserer kleinen Hütte. Ich liege im Bett und lese im Reiseführer. Tja, was soll ich sagen, Schnorcheln, Sonne und Alkohol haben mich wohl doch etwas ausgelaugt. Als Carina aus der Dusche kommt findet sie mich im Buch schlafend vor...

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